Ausgewählte Tierarten im
Naturpark Heidenreichsteiner Moor

Nordische Moosjungfer

Die Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) findet man in Hochmooren und an Verlandungszonen von Moortümpeln. Die relativ kleine Libelle ist durch farbige Flecken am Hinterleib gekennzeichnet, die bei Männchen blutrot und bei Weibchen gelb sind. Sowohl auf dem Vorder- als auch auf dem Hinterflügel sitzt jeweils ein farbiges Mal, das bei Männchen dunkelrot, bei Weibchen schwarz gefärbt ist. Zur Paarungszeit legt das Weibchen unter Bewachung des Männchens seine Eier in einer wippenden Bewegung an schwimmenden Torfmoosen ab. Die Art gilt als stark gefährdet.

Moorfrosch

In eingestauten Entwässerungsgräben und im Nahbereich des Winkelauer Teiches kann man zeitig im Frühjahr mit etwas Glück ein besonderes Schauspiel beobachten. Die Männchen des nur etwa 7 cm großen Moorfrosches (Rana arvalis) entwickeln während der Laichzeit im zeitigen Frühling eine intensive Blaufärbung. Diese ist jedoch nur für wenige Tage zu beobachten. Der Moorfrosch wird außerhalb der Paarungszeit oft mit dem Braunen Grasfrosch verwechselt, seine Schnauze ist aber deutlich zugespitzt. Anhand des Paarungsrufes kann man beide Arten ebenfalls gut unterscheiden. Die Froschart ist durch die Zerstörung des Lebensraums (Entwässerung von Mooren, Verlandung von Gewässern) gefährdet und in Österreich daher geschützt.

Seeadler

Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) zählt zu den beeindruckendsten Greifvögeln Europas. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern und seinem markanten hellen Schwanz ist er ein faszinierender Anblick. Beobachten lässt sich der „König der Lüfte“ häufig in der Nähe von Gewässern, wie Teichen und Flüssen.

Vor einigen Jahrzehnten galt der Seeadler in Österreich noch als ausgerottet, seit einigen Jahren kehrt er jedoch zurück und findet unter anderem im Waldviertel ideale Lebensbedingungen: ausgedehnte Wälder für seine Horste und fischreiche Gewässer als Nahrungsquelle. Mittlerweile gilt das Waldviertel sogar als einer der Hotspots für Seeadler in Österreich. Grund genu diesen besonderen Vogel auch in unserem Logo zu würdigen. 

Die Rückkehr des Seeadlers gilt als großer Erfolg des Naturschutzes, heute steht er unter strengem Schutz.

Gerandete Jagdspinne

Die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) ist eine beeindruckende Bewohnerin von Mooren, Sümpfen und feuchten Wiesen. Sie gehört zu den größten Spinnen Mitteleuropas und baut - anders als viele andere Spinnen - kein Fangnetz, sondern jagt ihre Beute aktiv. Typisch für die Gerandete Jagdspinne ist ihre Fähigkeit, sich geschickt auf der Wasseroberfläche zu bewegen. Dabei nutzt sie die Oberflächenspannung, um Insekten, kleine Fische oder Kaulquappen zu erbeuten. Ihr dunkler Körper mit hellen Seitenstreifen bietet eine gute Tarnung zwischen Pflanzen und im Uferbereich. Für uns Menschen ist sie ungefährlich.

Knoblauchkröte

Der Name diese Kröte geht auf ein Sekret zurück, das (in seltenen) Fällen zur Feindabwehr abgesondert wird. In den meisten Fällen bläht sich die Kröte zur Abschreckung jedoch auf oder kauert sich zusammen. Auch kann diese Art einen Schreckruf ausstoßen, der dem Schrei eines Babys ähnelt. Die Bauchseite der Knoblauchkröte ist weiß, die Oberseite variiert sehr stark, je nach Verbreitungsgebiet, Geschlecht und Jahreszeit. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist die einem Katzenauge ähnliche Pupillenform und der Fersenhöcker, der bei dieser Art stark ausgeprägt ist. Dieser dient dem Tier als Grabschaufel. Die Hauptlaichzeit liegt etwa zwischen Ende März und Mitte Mai. Durch starke Regenfälle kann es im Hochsommer zu einer zweiten Laichphase kommen. Die Kaulquappen werden überaus groß und können Gesamtlängen von 15cm erreichen. Im Wasser bewegen sie sich ähnlich einem Fisch.