Schutz

Das Schutzgebiet

Der Naturpark „Heidenreichsteiner Moor“ besteht seit dem Jahr 1989 und deckt sich lagemäßig mit dem im Jahr 1981 ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Gemeindeau“. Das 29,5 ha große Schutzgebiet umfasst etwa 6.000 Jahre alte gestörte Hoch- und Übergangsmoorflächen sowie Moorwaldbereiche.

Der Naturpark liegt außerdem im Natura 2000‐Gebiet „Waldviertler Teich‐, Heide‐ und Moorlandschaft“ (AT1201A00) sowie im Ramsar‐Gebiet „Teich‐, Moor‐ und Flusslandschaft Waldviertel“. Das Natura 2000‐Vogelschutzgebiet „Waldviertel“ (AT1201000) grenzt südlich, im Bereich des Winkelauer Teiches, fast an das Naturschutzgebiet an. Nordwestlich, knapp außerhalb des Naturschutzgebietes befindet sich das Naturdenkmal „Hängender Stein“.

Im gesamten Naturschutzgebiet ist jeder wirtschaftliche Eingriff verboten. Die Wanderwege und Einrichtungen des Naturparks erstrecken sich über ein etwa 300 ha großes Wald- und Wiesenareal. Es handelt sich dabei um forstwirtschaftlich genutzte Wald- und einige wenige landwirtschaftlich genutzte Wiesenflächen.

©© Waldviertel Tourismus, weinfranz

Das Heidenreichsteiner Moor

Das Heidenreichsteiner Moor, das in vorigen Jahrhunderten teilweise abgetorft wurde, zählt laut Experten zu den renaturierungsfähigsten des nördlichen Waldviertels. 

Doch auch hier sind Spuren der ehemaligen Nutzung noch heue deutlich erkennbar: Eine befestigte Forststraße mit beidseitigen Entwässerungsgräben durchschneidet das Naturschutzgebiet von Norden nach Süden. Zudem durchzieht ein komplexes System ehemaliger Entwässerungsgräben das gesamte Naturschutzgebiet und entwässert es Richtung Süden in den Winkelauerteich. Manche der Gräben erscheinen im Gelände sehr seicht und stark mit Vegetation verwachsen. Versuche zur Wasserleitfähigkeit der Gräben und des Grabenumfelds zeigen jedoch, dass auch verwachsene Gräben hydrologisch wirksam sind, die angrenzenden Flächen entwässern und das gesammelte Wasser über das Grabensystem aus dem Moor leiten.

Die Speisung des (ehemaligen) Hochmoores erfolgt über Niederschläge. Es ist daher umso wichtiger, das Wasser durch Aufstauungen bzw. verschließen der Gräben im Moor zu halten, und den Wasserspiegel möglichst auf hohem Niveau zu stabilisieren.
In den letzten Jahren wurden im Rahmen mehrerer Projekte mit unterschiedlichen Projektpartnern insgesamt über 30 Spundwände aus Lärchenholz in die Gräben eingebracht.

Durch zu niedrige bzw. schwankende Wasserstände kommt es nicht nur zur Austrocknung und Mineralisierung des Torfes, sondern in Kombination mit Nährstoffeintrag auch zu einer Verbuschung Moorflächen. Das dichte Aufkommen von Gehölzen, wie Birke, Faulbaum und Kiefer entzieht den Flächen zusätzlich Wasser und verhindert durch Beschattung des Bodens das Wachstum typischer Moorarten, wie Sphagnum sp., Eriophorum vaginatum und Vaccinium oxycoccus. Der Naturparkverein führt daher auch regelmäßige Pflegeeinsätze zur Auflichtung der Flächen durch. Wer gerne einmal selbst beim Moorschutz mit anpacken möchte kann das Team Moor bei Pflegeeinsätzen ehrenamtlich unterstützen.

Der Schutz und Erhalt von Mooren ist nicht nur für die darin vorkommenden Tier- und Pfanzenarten von Bedeutung, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimachutz, da intakte Moore in ihrer Torfschicht große Mengen an Kohlenstoff speichern.

Renaturierung im Heidenreichsteiner Moor

Durch den Einbau von Spundwänden in die alten Entwässerungsgräben wird der Wasserstand im Moor angehoben und stabilisiert. So wird dafür gesorgt, dass die Flächen möglichst nicht austrocknen und die Torfschicht erhalten bleibt.

Eine Gruppe, begleitet von einer Naturvermittlerin steht rund um ein Moorbecken. Zwei Jungen versuchen gemeinsam mit einer Naturvermittlerin die Tiefe des Moors zu messen.
©© Naturparke Niederösterreich/weinfranz

Naturschutz in der Praxis

Sie wollen genauer wissen, wie Moorrenaturierung in der Praxis funktioniert? Dann werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen der Naturschutzarbeit.

Zu unserer "Hinter den Kulissen" Tour

Das Naturpark-Areal

Im Bereich des Naturparkzentrums wurde mit dem Insektenland ein ca. 1 ha großes Wiesenareal angelegt, welches der Erhaltung und Forcierung verschiedenster Insektenarten dient. Diese Fläche wird nur einmal jährlich gemäht und bietet ein groß dimensioniertes Insektenhotel, verschiedenste Schmetterlings-, Bienen- und Futterpflanzen, und mehrere Haufen holzzersetzender Ameisen. Ein 2m breiter, gemähter Pfad ermöglicht den Gästen den Besuch dieses frei zugänglichen „Insektenlandes“. Zahlreiche trockene Bereiche mit Steinanhäufungen und anstehendem Felsuntergrund nutzen Reptilien als Habitat. 

Weiters befindet sich auf dem Gelände des Naturparkzentrums Obstbaumallee die von einer Trockensteinmauer begleitet wird. Insgesamt wachsen etwa 140 verschiedene Obstbäume auf dem Areal des Naturparkzentrums. 

Die Waldrandzone, mit unterschiedlichsten, heimischen Sträuchern, bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und Säugetieren Lebensraum und Nahrung.

Impressionen aus dem Naturschutzgebiet