Ausgewählte Pflanzenarten im
Naturpark Heidenreichsteiner Moor

Sonnentau

Der kleine, auf den ersten Blick oft nur schwer zu erkennende Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) deckt seinen Stickstoffbedarf durch den Fang von Insekten. Auf den runden Blättern der Pflanze befinden sich lang gestielte Drüsenhaare, an deren Ende klebrige, wie Tau aussehende Tropfen sitzen. Es handelt sich dabei um einen duftenden, zähflüssigen Fangschleim, an dem Insekten kleben bleiben. Ist ein Tier gefangen, wird es von den tentakelartigen Fortsätzen festgehalten. Mit Hilfe einer aus den Drüsen abgesonderten Flüssigkeit wird das Tierchen verdaut und die Nährstoffe werden über das Blatt aufgenommen. Früher wurde der Sonnentau oft als Heilpflanze gegen Husten eingesetzt, heute steht die Art wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes unter strengem Naturschutz.

Torfmoose

Torfmoose (Sphagnum sp.) zählen zu den wichtigsten Pflanzen im Hochmoor. Sie wachsen rasch und bilden einen Großteil der Torfschicht im Hochmoor. Torfmoospolster wirken wie ein großer Schwamm, denn die Moose können durch spezielle Zellen in ihren Blättern das 20-fache ihres Trockengewichts an Wasser speichern. Nach Niederschlägen sind sie in der Lage, den Wasserspiegel binnen 48 h über 20 cm anzuheben. Außerdem haben diese Pflanzen die Fähigkeit, Wasserstoffionen im Austausch gegen Nährsalze abzugeben. Das führt zu einer Versauerung des Standortes, womit nur wenige andere Spezialisten unter den Pflanzen umgehen können – ein guter Schutz vor pflanzlicher Konkurrenz. Manchmal entdeckt man an der Spitze der einzelnen Moospflanzen braune Sporenkapseln, aus denen die reifen Sporen gestreut werden.

Wollgräser

Wollgräser (Eriophorum sp.) zählen zu den auffälligsten Pflanzen im Moor. Mit ihren weißen, watteartigen Fruchtständen verleihen sie Moorlandschaften im Frühsommer ein fast märchenhaftes Aussehen. Die Pflanzen gehören zu den Sauergrasgewächsen und sind bestens an die nährstoffarmen, nassen und sauren Bedingungen im Moor angepasst. Im Heidenreichsteiner Moor kommen das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) und das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) vor.

Sumpfporst

Ein besonderer Strauch, der vor allem in lichten Moorwaldbereichen vorkommt, ist der Sumpfporst (Rhododendron tomentosum). Die etwa 1m hohe Pflanze mit ihren sehr schmalen, lanzettförmigen Blättern fällt vor allem während der Blütezeit von Mai – Juli durch ihre weißen Blütendolden auf. Neben den Blüten ist vor allem auch ihr intensiver Duft ein charakteristisches Merkmal. Der Sumpfporst ist ein eiszeitliches Relikt, das seinen Verbreitungsschwerpunkt in nördlichen Regionen hat und bei uns relativ selten ist. In vielen Ländern steht die Art deshalb auch auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten. Früher wurde die giftige Pflanze wegen ihrer berauschenden Wirkung auch als Brauzusatz verwendet.

Rosmarinheide

Die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) ist trotz ihres Namens nicht mit dem bekannten Küchengewürz verwandt, sondern gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Ihre schmalen, immergrünen Blätter erinnern jedoch an Rosmarin, was ihr den Namen eingebracht hat. Im späten Frühling schmückt sie sich mit zarten, rosafarbenen, glockenförmigen Blüten, die im Heidenreichsteiner Moor vom Prügelstag aus zu sehen sind.

Moosbeere

Die Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), eine Verwandte der Cranberry und der Preiselbeere, gehört ebenfalls zur Familie der Heidekrautgewächse. Sie wächst als niedriger, kriechender Zwergstrauch und bildet feine, immergrüne Triebe, die sich über den moosigen Boden ausbreiten. Besonders auffällig sind ihre zarten, rosafarbenen Blüten, aus denen sich im Spätsommer leuchtend rote Beeren entwickeln.