Prügelsteg, © Horst Dolak

Geschichte & Bedeutung

Am Ende des 19. Jahrhunderts gelangte der in den Mooren über Jahrtausende aus abgestorbenem Pflanzenmaterial gebildete Torf als „Rohstoff“ für den Menschen zu großer Bedeutung. Der Torfabbau erlebte einen enormen Aufschwung. Dieser lässt sich durch veranlasste, landesweite Erhebungen der Moore inklusive der Mächtigkeit der Torflagerstätten belegen. In sogenannten Torfstichen gewonnen, wurde der Torf als Brenntorf im häuslichen Bereich, aber auch im großen Stil verwendet. Neben Brenntorf wurde Streutorf als Strohersatz für die Verwendung in Tierställen und Torfmull für den Einsatz als Pflanzensubstrat in den Torfstichen gewonnen. 1902 waren im Bezirk Gmünd in vier Betrieben insgesamt 166 Angestellte in der Torfgewinnung tätig. Um den Torf abbauen zu können, war es nötig, die Moore vorab durch die Anlage von Entwässerungsgräben trocken zu legen.

Auch das Heidenreichsteiner Moor („Gemeindeau“) ist durch die Moornutzung, die bis auf das Jahr 1885 zurückgeht, stark beeinträchtigt. In weiten Teilen wurde Torf gestochen und Entwässerungsgräben durchziehen noch heute das Moor. So ist überliefert, dass hier bis kurz nach dem 2. Weltkrieg in geringem Umfang Torf gestochen wurde.

Aufschwung:

  • 1979 - Eröffnung Moorlehrpfad
  • 1981 - Verordnung Naturschutzgebiet „Gemeindeau“
  • 1989 - Gründung des Naturparks und des Naturparkvereins
  • 2011 - Beschluss der Hauptschule Heidenreichstein zur Kooperation mit dem Naturpark (Naturparkschule NNÖMS Heidenreichstein)
  • 2012 - Fertigstellung und Eröffnung des Naturparkzentrums
  • 2019 - Bekenntnis der Stadtgemeinde zur Naturpark-Charta